Archiv für Polizeigewalt

Eine kurze Zusammenfassung einer bedrohten Bürgerin der Ereignisse um die #Blockupy-Demo


Eine kurze Zusammenfassung einer bedrohten Bürgerin der Ereignisse um die Blockupy-Demo vom 01.06.2013 – Wenn die Wahrheit mit Füßen getreten wird, wird die Freiheit vernichtet.

Eine rund 10000 Mann große Demonstration mit vielen bunten Menschen begann friedlich um 12:00 am Baseler Platz. Uns ist klar: wir wollen gegen die europäische Austertätspolitik demonstrieren, laut und fröhlich tanzen und Spaß haben. Vorbei an den vielen kunstvollen Plakaten, der Performance der Schauspielgruppe Antagon. Plötzlich stockt es. An der engsten Stelle sind unvermittelt Polizisten einmarschiert und haben den Demowagen des bis zum Ende friedlich gebliebenen „antikapitalistischen Blocks“ sowie die 1000 Demonstranten unter Zuhilfenahme von Tränengas vom Rest abgetrennt. Wenige Minuten später lässt sich auch der Sanitätsdienst auf der Wiese neben der Blockade nieder. Empörung und Ratlosigkeit machen sich auf Seiten der Demonstranten breit. Auf die Fragen warum die Polizei uns den Weg abschneidet reagieren die Beamten mit Achselzucken. Fragt man 100 Meter weiter hinten heißt es, es wären Feuerwerkskörper und Waffen auf Seiten der Demonstranten zum Einsatz gekommen. Interessant, dass die Leute hinten eher Wissen, warum abgesperrt werden musste als die Absperrer selbst. Schnell heißt es, die Polizei hätte die Teilung bewusst geplant um zu eskalieren. „Scherentaktik“. Das ist leider schwer von der Hand zu weisen. Die enge Straße, die Wiese gleich neben der Blockade, die Sanitäter die kurz darauf vor Ort sind und die Scham in den Gesichtern einiger Polizisten legen diese Vermutung leider nahe…
Die Demonstranten weisen darauf hin, dass ihre Route gerichtlich gestattet worden sei und die Aktion der Polizisten somit widerrechtlich und Freiheitsberaubung. Die Polizisten zeigen sich kooperativ und wollen mit dem Dienstleiter telefonieren.
Dann fliegen plötzlich drei Feuerwerkskörper in die Reihen der Polizisten. Die Stimmung kippt. Die Demonstranten drücken nach vorne. Schreien „Haut ab“. Die Polizisten drücken dagegen und reagieren mit Tränengas. Von da an schaukelt sich die Situation immer weiter hoch. Die Gewaltbereitschaft der Polizisten und die Verbohrtheit auf beiden Seiten steigt bis ins Lächerliche.
Es gibt hunderte Verletzte und einige gebrochene Knochen auf Seiten der Demonstranten.

Nun spricht man in den Medien von einem „gewaltbereiten Block“.
http://www.hr-online.de/website/specials/extended/index.jsp?rubrik=81261&key=standard_document_48621415&type=v&msg=81261&mediakey=fs%2Fhessenschau%2F130601195202_hs_blockupy_6990
Es kamen tatsächlich Steine und Knüppel aus Styropor zum Einsatz. Allerdings nicht von den Leuten im Kessel. Auf den wahren Grund für die Polizeiblockade wartet man in den Medien vergeblich. Ebenso wie auf die Aussage, das Grundrechte außer Kraft gesetzt und Gerichtsbeschlüsse von der Polizei ignoriert wurden. Auch die Wörter „Freiheitsberaubung“ und „starke Körperverletzung“ sind nirgends zu finden. Um 22:30 ist endlich bekannt, was für gefährliche Waffen zur Einkesselung der Demonstranten geführt hat: „Fünf hölzerne Fahnenstöcke und zehn mit Farbe gefüllte Glasflaschen.“

Bilanz der Demo: 200+ Verletzte und 45 Festnahmen auf Seiten der Empörten und einige leicht verletzter Polizisten. ‚Zudem mehrere Tausend Euro schaden im Park des jüdischen Museums durch denn Poilizeieinsatz, die politischen Konsequenzen noch nicht abzusehen.

Im Nachhinein wird immer nach Schuldigen gesucht. Für einige waren es die Polizisten, für andere waren es die Feuerwerkskörper aus dem radikalen schwarzen Block. Es gab sehr viele Verletzte. mehr Tränengas als bei Stuttgart 21. Es ist traurig, dass man sich überhaupt mit der Frage nach Schuldigen befasst. Die Situation hätte an jeder Stelle wieder deeskaliert werden können wenn die Mehrzahl der Menschen AUF BEIDEN SEITEN nicht so wahnsinnig stur gewesen wären und so hartnäckig an ihren Feindbildern festgehalten hätten. Die Themen dieser Demonstration gehen jeden etwas an und fordern, dass wir die Verantwortung für unsere Politik, unser Land und Europa aufnehmen. Es ist schon viel zu viel über die Köpfe der Bürger hinweg beschlossen worden. Trotz Veto der Mehrheit. Der Bürger wird vom Staat für unmündig erklärt und solche Aktionen beweisen nicht gerade das Gegenteil.

Wir leben in einer Demokratie. Einer Herrschaft des Volkes. Und es wird Zeit, dass wir uns der Verantwortung uns selbst gegenüber und gegenüber der Generation nach uns bewusst werden.
Es wird Zeit, dass wir endlich anfangen unsere Politik zu gestalten. Gemeinsam.

der beste Artikel zur Demo und den rechtlichen, wie auch politischen Konsequenzen
http://www.fr-online.de/blockupy-frankfurt/leitartike-zul-blockupy-frankfurt-die-ordnung-der-anderen,15402798,23098752.html

von Peter Nowak, dieser „Meckerziege“…und im Kessel, von FAZ Journalistin Katharina Iskandar
http://www.heise.de/tp/blogs/8/154364
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/blockupy-tage-in-frankfurt-im-kessel-12204955.html

Artikel mit guten Kommentaren:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/polizeieinsatz-bei-blockupy-hessische-law-and-order-politik-1.1686610
http://www.freitag.de/autoren/liebernichts/they-dont-really-care-about-us
http://www.fr-online.de/blockupy-frankfurt/blockupy-frankfurt-blockupy-tage-gehen-zuende,15402798,23090704.html

Anbei die übliche Einheitskost…
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt-polizei-verteidigt-einsatz-gegen-blockupy-12205274.html
http://www.bild.de/regional/frankfurt/polizei/geht-gegen-blockupy-vor-30660420.bild.html
http://taz.de/Rabiater-Polizeieinsatz-in-Frankfurt/Main/!117268/
http://www.welt.de/regionales/frankfurt/article116750647/Eingekesselte-Blockupy-Grossdemo-sorgt-fuer-Zuendstoff.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/streit-um-polizeieinsatz-gegen-blockupy-demo-in-frankfurt-a-903344.html

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»Ich hatte Angst um mein Leben« jungewelt.de


Interview: Gitta Düperthal
Die 17jährige Schülerin Lisa Förster (Name von der Redaktion geändert) von der ver.di-Jugend NRW-Süd war zu den Blockupy-Aktionstagen nach Frankfurt am Main gekommen, um gegen die Macht der Banken, Finanzindustrie und Konzerne zu demonstrieren und wurde von der Polizei brutal zusammengeschlagen.

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