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Lampedusa in Hamburg: Flüchtlingsprotest am Kirchentag – Erklärung und Einladung!! 3.Mai


Flüchtlingsprotest am Kirchentag – Erklärung und Einladung!! 3.Mai

After the declaration „Lampedusa in Berlin“ (interview to Bashir:
https://vimeo.com/65158161 and to Ousmane: https://vimeo.com/65158162) made by refugees from the protest camp in Kreuzberg/Berlin, refugees in Hamburg who come from the same background adopted the declaration On the first of May they started a first public appearence during the nationwide church day in Hamburg. At 6 p.m. a group of more than 50 refugees gathered with banners and leaflets in the habour at a place where a part of the church day program takes place. They informed the public about their situation and called for solidarity. On Friday 3rd of May from 10 am the whole day the refugee group together with the „caravan for the rights of refugees and migrants“ and the leftists from „atesh“ will exercise a programm with information material and film screening and people to people talks during the whole day. The place where you can meet us that day is Sandtorkai (Hafencity) in Front of the MS Anton (refugee boat project).

We invited the public and the media for critical awareness. We hope that from side of the churches in Hamburg will come out a clear signal against the catastrophic situation, the people are thrown into. The refugees are determined to join the germanwide refugee movement for self-determination and freedom.

below the declaration in english, german, french

Die Erklärung „Lampedusa in Berlin“ (interview to Bashir: https://vimeo.com/65158161 and to Ousmane: https://vimeo.com/65158162), die von Flüchtlingen des Protestcamps in Berlin-Kreuzberg veröffentlicht wurde, übernahmen Flüchtlinge in Hamburg, die aus der gleichen Situation kommen. Sie begannen heute, am ersten Mai, ihren ersten Auftritt in der Öffentlichkeit während des bundesweiten Kirchentages in Hamburg. Um 18 Uhr versammelte sich eine Gruppe von mehr als 50 Flüchtlingen mit Transparenten und Flugblättern im Hamburger Hafen, an dem Platz, wo ein Teil des Kirchtag-Programms stattfindet. Sie informierten die Öffentlichkeit und riefen zur Solidarität auf. Am 3. Mai von 10 Uhr morgens an wird die Gruppe der Flüchtlinge zusammen mit der KARAWANE und der linken Gruppe „atesh“ den ganzen Tag über, Informationen verteilen, Filmdokumentationen zeigen und Gespräche führen. Der Platz, wo ihr uns treffen könnt ist: Sandtorkai (Hafencity) direkt vor der MS Anton (Flüchtlingsboot-Projekt).

Wir laden die Öffentlichkeit und die Medien zu kritischer Aufmersamkeit ein. Wir hoffen auf ein klares Signal der Hamburger Kirchen gegen die katastrophale Situation, in die die Menschen gestürzt wurden. Die Flüchtlinge sind entschlossen, sich der bundesweiten Flüchtlingsbewegung für Selbstbestimmung und Freiheit anzuschließen.

unten die Erklärung in englisch, deutsch und französisch

Lampedusa in Hamburg:

„We’re here and we don’t go back“

We are the Refugees coming from Italy with international protection but no rights. We survived the NATO bombings and the civil war in Libya, to be homeless in Italy.

Thousands of us are now in Germany in the same conditions: no housing, no access to social help, no access to the job market. We demand a political solution: „We are here and we don’t go back!“. We want the right to make a living here in Germany.

If we had found possible conditions in Italy we would stay there. There was no possibility to handle anymore. Italian government in the beginning of 2013 closed the programs of reception – the so-called Emergency North Africa – throwing the people basically on the street. 400-500 euro were given to each refugee with the suggestion to go away. Where? To northern Europe.

The problem is now on a european level being Germany one of the most powerful states, decision maker for the migrations and asylum policies in Europe. The Dublin System – with the rule that the Refugees „belong“ to the first country in Europe they arrive – is aimed to deny the right of the Refugees to choose where they want to live. The same ideology that’s behind the Residenzpflicht.

We join the struggle the Refugees in Germany are bringing forwards since almost 20 years within the german asylum system. The fight is one.

We demand our rights as recognized refugees:

the Dublin system must be ended

housing, social and medical care

working permit and access to education

Here in Hamburg we were accomodated in a camp for homeless people during the winter period.

This camp was closed beginning of April and we were pushed to the streets again. Our actual situation is catastrophic.

We don’t want to live in the streets and forced to street prostitution, drug dealing or other criminal acts.

We unite, call for solidarity and demand our rights!

Contact:

Asuquo Udo: 0152 146 725 37

Affo Tchassei: 0176-717 402 36

Anane Kofi Mark: 0152-170 045 94

More translations at http://www.thevoiceforum.org/node/3182

Lampedusa in Hamburg:

„Wir sind hier und gehen nicht zurück“

Wir sind Flüchtlinge aus Italien mit Internationalem Schutz aber ohne Rechte. Wir haben die NATO-Bombardierungen und den Bürgerkrieg in Libyen überlebt und wurden in Italien zu Obdachlosen.

Tausende von uns sind nun in Deutschland unter den gleichen Bedingungen – keine Unterkunft, keine soziale Unterstützung und keine Arbeitserlaubnisse.

Wir fordern eine politische Lösung: „Wir sind hier und wir gehen nicht zurück!“. Wir fordern unser Recht, unser Leben in Deutschland aufzubauen.

Wenn wir in Italien Überlebensmöglichkeiten gefunden hätten, würden wir dort bleiben. Es gab keine Möglichkeit mehr, dort zu bleiben. Die Italienische Regierung schloss Anfang des Jahres 2013 das „Nothilfeprogramm Nordafrika“ (Emergency North Africa). Wir wurden praktisch auf die Strasse gesetzt. 400-500 Euro wurden jedem Flüchtling gegeben und gesagt, dass wir das Land verlassen sollen. Wohin? Nach Nordeuropa.

Das Problem ist nun auf europäischer Ebene mit Deutschland als einem der mächtigsten Staaten und Entscheidungsmacher in der europäischen Migrations- und Asylpolitik. Das Dublin-System mit der Regelung, dass Flüchtlinge dem Land der ersten Ankunft „gehören“, zielt auf die Verweigerung der Flüchtlingsrechte frei über ihren Aufenthaltsort zu entscheiden. Es entspringt der gleichen Logik wie die Residenzpflicht.

Wir schließen uns dem Kampf, den Flüchtlinge in Deutschland seit fast 20 Jahren gegen das Deutsche Asylsystem führen, an. Der Kampf ist der gleiche.

Wir fordern unsere Rechte als anerkannte Flüchtlinge:

Das Dublin-System muss beendet werden

Unterkunft, soziale und medizinische Versorgung

Arbeitserlaubnis und Bildungszugang

Hier in Hamburg kamen wir über den Winter in einer Obdachlosenunterkunft der Stadt unter. Diese wurde Anfang April geschlossen und wir erneut auf die Strasse gesetzt. Unsere Lage ist katastrophal.

Wir wollen nicht auf der Strasse leben, zu Strassenprostitution gezwungen oder in Drogengeschäfte oder andere kriminelle Machenschaften gezogen werden.

Wir schließen uns zusammen, rufen zu Solidarität und fordern unsere Rechte!

Kontakt:

Asuquo Udo: 0152 146 725 37

Affo Tchassei: 0176-717 402 36

Anane Kofi Mark: 0152-170 045 94

Mehr Übersetzungen auf http://www.thevoiceforum.org/node/3182

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Offener Brief an den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit zur Situation der hungerstreikenden Flüchtlinge am Brandenburger Tor


Per Mail erhalten. Bitte um Unterstützung, wenn’s geht, unter eigenem Namen … Vielleicht fällt ja jemand noch ein weiterer Adressat ein …

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister Wowereit,
sehr geehrte Damen und Herren,

bitte handeln Sie: sofort und umfassend. Menschen vor dem Brandenburger Tor befinden sich in Lebensgefahr. Der Hungerstreik der Refugee Protest Aktivisten ist politisch und friedlich. Die Maßnahmen der Polizei vor Ort (u.a. Entwendung von Schlafsäcken und Isomatten) bringt die Hungerstreikenden in unmittelbare Lebensgefahr.

Ich appelliere an Ihre Menschlichkeit, Empathie und Ihre Mitverantwortung in dieser sehr kritischen Situation.

Die Flucht vor Verfolgung, Folter, Gefängnis, Tod, Krieg und Unterdrückung sowie wirtschaftlicher Not ist auch durch unsere europäische Aussenpolitik und Exportwirtschaft bedingt. Wie können Sie Menschen, die friedlich für Menschenwürde und universelle Menschenrechte mahnen und dabei sogar ihr Leben einsetzen (Hungerstreik bei Minustemperaturen!) so begegnen?

Bitte veranlassen Sie persönlich die höchste Priorität in dieser Angelegenheit.

Berlin ist eine weltoffene europäische Metropole. Bitte zeigen Sie, dass wir uns in dieser Stadt auch unserer Verantwortung für die Welt bewusst sind. Wir dürfen uns nicht länger dem Leid und der Ungerechtigkeit in der Welt verschließen. Diese Menschen setzen ihr Leben dafür ein, anderen dieses Schicksal zu ersparen und für menschenwürdige Flüchtlingsgesetze für Alle zu kämpfen und sie verdienen unsere uneingeschränkte Solidarität! Bitte agieren Sie menschlich und NICHT nur nach Vorschrift. Es gibt eine höhere Gewalt und eine höhere Instanz der Moral und Ethik.

Die Flüchtlinge zeigen uns, was wir in der Welt anrichten, diese Menschen sind hunderte Kilometer marschiert und bringen die Botschaft der Menschlichkeit zu uns und auch die Botschaft der Verantwortung. Unserer Verantwortung.

Ich bitte Sie, im Namen vieler Bürger, den Menschen nicht auch noch das Letzte zu nehmen was sie besitzen, die Menschenwürde und tun Sie alles, um die bestehende Lebensgefahr abzuwenden! Bei eisigen Temperaturen einem Menschen das letzte Wärmende zu nehmen, kann nicht in Ihrem Sinne sein.
Mit freundlichen Grüßen,

F. Z. Raffel“
Arbeitsgruppe Aufklärung & Solidarität #as13
web: http://occupyberlin.info/blog/ag-as13/ (leider … bisher? … kein Link zum Offenen Brief)

Hinweis:
Kopie eMail vom 30.10.2012 um 13:47 Empfänger:
presse-information@senatskanzlei.berlin.de, der-regierende-buergermeister@senatskanzlei.berlin.de, Direktion3@polizei.berlin.de

Telefon: (030) 9026-3015 (Senatskanzlei Regierender Bürgermeister Berlin)

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#occupy

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